Ein Projekt des
|
| "Geschlechtergerechte" Sprache |
| Ja |
|
3% |
[ 2 ] |
| Enthalte mich |
|
7% |
[ 4 ] |
| Nein |
|
88% |
[ 47 ] |
|
| Stimmen insgesamt : 53 |
|
|
|
|
| Autor |
Nachricht |
|
Michael Shekelyan
Studentenvertreter


Beiträge: 139
|
Verfasst am: Fr 23.05.08, 9:43
Titel: "Geschlechtergerechte" Sprache in der StuVe
|
|
|
Hallo zusammen,
ich würde gerne eure Meinung zu folgenden Anträgen hören:
| [url=http://www.stuve.uni-muenchen.de/aktuelles/termine/sitzungen/mtrl080521]Antrag[/url] auf dem Konvent der Fachschaften S.16 hat Folgendes geschrieben: |
- Der Konvent möge beschließen, dass das Gleichstellungsreferat sich um die Einhaltung der geschlechtergerechten Sprache bemüht, zunächst auf Ebene der Studierendenvertretung.
- Der Konvent möge beschließen, dass im Zuge der geschlechtergerechten Sprache das „Binnen-I“ verwendet wird.
|
Anmerkung : Bernhard und Konsorten konnten sich bereits im Nachbarthread zum Thema Antifa nicht zurückhalten, sich zu den Anträgen des Gleichstellungsreferates zu äußern. Die Äußerungen können hier gerne erneut gepostet oder falls technisch möglich hierhin rüberkopiert werden.
Wikipedia-Artikel zum Thema :
Die Abstimmung über die Anträge findet vermutlich am 28. Mai statt.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Bernhard Frauendienst
Admin.em.


Beiträge: 6010
|
Verfasst am: Fr 23.05.08, 12:43
Titel: Re: "Geschlechtergerechte" Sprache in der StuVe
|
|
| Michael Shekelyan hat Folgendes geschrieben: |
| Anmerkung : Bernhard und Konsorten konnten sich bereits im Nachbarthread zum Thema Antifa nicht zurückhalten, sich zu den Anträgen des Gleichstellungsreferates zu äußern. Die Äußerungen können hier gerne erneut gepostet oder falls technisch möglich hierhin rüberkopiert werden. |
Pardon, ich dachte wohl, das fiele unter Sexismus. Ist auch garnicht so leicht heutzutage, das alles auseinander zu halten.
Ich wiederhole aber gerne meine Position: diese entspricht im Großen und Ganzen der des Schweizers Dr. Arthur Brühlmeier, der sie in seinem Essay sehr schön zum Ausdruck gebracht hat.
Wem dies zuviel zu lesen ist, hier einige Stichpunkte und Anregungen:
Das grammatikalische und das biologische Geschlecht sind zwar nicht total verschieden, aber eben auch nicht total gleich. Das sieht man allein daran, dass es drei Genera aber nur zwei Sexus gibt (es gibt allenfalls Ungeschlechtliche Objekte, die aber mitnichten zwingend das Neutrum als Genus haben: der Ofen, die Sonne, das Haus)).
Durch diese fälschliche Gleichsetzung verschwindet aber schleichend der vorhandene Unterschied. Neben der Ausmerzung der generischen Genera gibt es noch eine andere Konsequenz: Mädchen, Büblein, sowie alle anderen Diminutive, aber auch Kinder und Geschwister müssten sich als geschlechtslose Wesen empfinden, denn wenn eine Abbildung zwischen dem Genus und dem Sexus aufgepropft wird, dann entspricht das Neutrum wohl dem Geschlechtslosen (was aber womöglich dann für viele geschlechtslose "Dinge" zur Assoziation mit einem Sexus führen würde, s.o.).
Der wichtigste Punkt ist aber: durch die ständige Betonung beider Geschlechter wird nicht etwa erreicht, dass diese als gleichwertig angesehen werden. Im Gegenteil, da man ständig unter die Nase gerieben kriegt, dass ja Männlich und Weiblich etwas Unterschiedliches ist (sonst müsste man es ja nicht immer getrennt nennen), migriert diese Einstellung langsam auch ins Bewusstsein. Der Schuss ging also voll nach hinten los.
Deswegen bin ich gegen eine "grundsätzliche" Verschandelung der deutschen Sprache durch den Konvent der Fachschaften, und hoffe dass dieses "geschlechter(un)gerechte" Geschwätz wenigstens aus den Grundsätzen ferngehalten werden kann.
Kommentare erwünscht!
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Bernhard Frauendienst
Admin.em.


Beiträge: 6010
|
Verfasst am: Fr 23.05.08, 12:52
Titel:
|
|
|
Ein Punkt noch, den ich ganz besonders störend finde:
| [url=http://www.stuve.uni-muenchen.de/aktuelles/termine/sitzungen/mtrl080521]Antrag[/url] auf dem Konvent der Fachschaften S.17 hat Folgendes geschrieben: |
| Wir halten das Binnen-I für die beste Möglichkeit, weil es am einfachsten im Schriftlichen und Mündlichen umzusetzen ist. |
Aha. Wie sieht denn diese einfache Umsetzung im Mündlichen aus? Wie wird denn "StudentInnen" ausgesprochen, vor allem einfacher als andere Formen? Hat das Majuskel-I eine eigene Aussprache?
Ich finde hier wird entweder mit nicht-existenten Argumenten gepokert oder mit zweierlei Maß gemessen.
EDIT: Aber es stimmt natürlich, dass das Binnen-I im schriftlichen leichter umzusetzen ist. Vor allem wenn noch ein Binnen-R und ein Binnen-E dazukommen. Einfach zufällig Großbuchstaben einfügen wäre auch nicht schlimmer.
Ich stelle mal zur Abstimmung, welche der drei Ausprägungen eines Satzes (aus oben zitiertem Essay) die gerechteste und welche die am leichtesten lesbarste ist, und bei welcher Version welche Vor- und Nachteile überwiegen, das lasse ich mal dahingestellt (da ich es für recht offensichtlich halte).
- "Ein künftiger Lehrerberater sollte zuvor auch ein bewährter Schülerbetreuer gewesen sein"
- "Ein künftiger Lehrer- bzw. Lehrerinnenbetreuer bzw. eine künftige Lehrer- bzw. Lehrerinnenbetreuerin sollte zuvor auch ein bewährter Schüler- bzw. Schülerinnenberater bzw. auch eine bewährte Schüler- bzw. Schülerinnenberaterin gewesen sein."
- "EinE künftigeR LehrerInnenbetreuerIn sollte zuvor auch einE bewährteR SchülerInnenberaterIn gewesen sein."
Vielleicht sollte man doch lieber versuchen, Gleichberechtigung auf andere Art und Weise zu erreichen, denn zu Alibi-Zwecken die Verschandelung der deutschen Sprache einzufordern führt bestimmt nicht zum Ziel.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Michael Shekelyan
Studentenvertreter


Beiträge: 139
|
Verfasst am: Fr 23.05.08, 13:13
Titel:
|
|
| Bernhard Frauendienst hat Folgendes geschrieben: |
Ein Punkt noch, den ich ganz besonders störend finde:
| [url=http://www.stuve.uni-muenchen.de/aktuelles/termine/sitzungen/mtrl080521]Antrag[/url] auf dem Konvent der Fachschaften S.17 hat Folgendes geschrieben: |
| Wir halten das Binnen-I für die beste Möglichkeit, weil es am einfachsten im Schriftlichen und Mündlichen umzusetzen ist. |
Aha. Wie sieht denn diese einfache Umsetzung im Mündlichen aus? Wie wird denn "StudentInnen" ausgesprochen, vor allem einfacher als andere Formen? Hat das Majuskel-I eine eigene Aussprache?
Ich finde hier wird entweder mit nicht-existenten Argumenten gepokert oder mit zweierlei Maß gemessen. |
Ich schätze mal, dass nur eine Doppelnennung als Vergleich in Frage kommen könnte - also, dass "StudentInnen" leichter auszusprechen sei als "Studentinnen und Studenten".
Das Binnen-I wird übrigens durch einen Glottisschlag vor dem I ausgedrückt - man muss das Wort beim Majuskel-I also neu ansetzen.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
rigid
Studentenvertreter


Beiträge: 156
|
Verfasst am: Fr 23.05.08, 13:14
Titel:
|
|
|
Ich finde v.A. Frauen sollten zu diesem Thema Stellung beziehen.
Meine Meinung entspricht exakt dem vorletzten Absatz aus Bernhards Posting.
Im Grunde kann man das auch auf die Antifa-Referat Diskussion übertragen: Es gibt bereits Frauenbeauftragte (btw. aber kein Männerbeauftragten afaik) und Gleichstellung der Geschlechter ist ein Punkt der in unseren Breitengraden und in unserem Kulturkreis selbstverständlich sein sollte.
Eine formale durchsetzung geschlechtergerechter Sprache rücke ich stark in die Nähe der "Erbsenzählerei". Mal ehrlich, gibt es weibliche Studenten die sich nicht angesprochen fühlen wenn sie "Liebe Studenten der LMU" lesen anstatt "Liebe StudentInnen der LMU"?
Wenn das tatsächlich im Jahre 2008 noch der Fall sein sollte ist es, meines erachtens, nicht das Problem des Urhebers.
Ich vermute nicht nur daß die Anzahl der Frauen an der LMU die tatsächlich auf die strikte Einhaltung der geschlechtergerechten Sprache pochen verschwindend gering ist, sondern auch daß die Mehrheit der weiblichen Studenten dagegen wären. In der Tat wird damit nämlich nichts gleichgestellt sondern im Gegenteil, sauber abgetrennt.
Generell ist das aber nur meine Meinung und ich will mich da nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Diese Angelegenheit sollte wirklich maßgeblich von denen diskutiert werden die betroffen sind. Ich persönlich habe das bis jetzt immer so gehandelt (zumindest bewusst) daß ich beim ersten vorkommen im Schriftstück die geschlechtergerechte Form verwende und im folgenden die normale Form (um den Text nicht durch häufig aufeinanderfolgende Wortmonster unlesbar zu machen).
<späßle>Noch eine Bemerkung am Rande: Wenn ich als Studentenvertreter einen Brief an ein Referat schreibe, von dem ich weiß das dort ausschließlich Männer arbeiten, soll ich dann in der Anrede trotzdem "Sehr geehrte Damen und Herren," schreiben? Oder diskriminere ich damit jemanden? Und wie handhabt man das dann mit Transsexuellen und anderen "im falschen Körper" geborenen? :)</späßle>
|
|
|
_________________ *fizzle-crackle-bzzt-blop*
Zuletzt bearbeitet von rigid am Fr 23.05.08, 13:22, insgesamt einmal bearbeitet
|
|
|
|
|
|
|
Bernhard Frauendienst
Admin.em.


Beiträge: 6010
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
rigid
Studentenvertreter


Beiträge: 156
|
Verfasst am: Fr 23.05.08, 13:21
Titel:
|
|
| Michael Shekelyan hat Folgendes geschrieben: |
Das Binnen-I wird übrigens durch einen Glottisschlag vor dem I ausgedrückt - man muss das Wort beim Majuskel-I also neu ansetzen. |
*ambodenlieg*
Man müsste auch immer ein Fähnchen schwenken oder mit den Augen zwinkern (oder sonst ein visuelles Zeichen ausmachen) Sonst benachteiligt man ja Hörgeschädigte die Lippen lesen...
scnr
|
|
|
_________________ *fizzle-crackle-bzzt-blop*
|
|
|
|
|
|
|
Michael Shekelyan
Studentenvertreter


Beiträge: 139
|
Verfasst am: Fr 23.05.08, 13:30
Titel:
|
|
|
Da ich das mit dem Binnen-I schon in Aktion erlebt habe und es als ziemlich lästig und sinnfrei empfand, hab ich es schon sicherheitshalber etwas ausführlicher zu begründen versucht : Entwurf
Aber mich würde tatsächlich auch interessieren, wie weibliche Studenten dazu stehen.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Gast
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Maria Hauser
Admin.em.


Beiträge: 879
|
Verfasst am: Fr 23.05.08, 16:33
Titel:
|
|
|
Ups, ich wurde in der Zwischenzeit ganz gemein ausgeloggt...
|
|
|
_________________ 
|
|
|
|
|
|
|
Franz Hose
Gast
|
Verfasst am: Fr 23.05.08, 17:10
Titel:
|
|
|
Natürlich entspricht das grammatikalische Geschlecht nicht völlig dem sog. biologischen, dennoch existiert hier ein ganz klarer Zusammenhang. Sprache ist keine unveränderliche Konstante, sondern sie ist ein Instrument zur Verständigung, das nicht per se als "richtig" oder "falsch" gebraucht zu klassifiziren ist. Da unsere gesellschaftliche Entwicklung eben eindeutig patriarchalisch ist und wir nach allen Studien immer noch in einer zeit leben, in der frauen eindeutig diskriminiert werden, hat dies auch mit der Sprache zu tun. Dass in unserer Sprache die frau immer nur als Sonderfall auftritt, der Mann hingegen das Allgemeine ist unterstützt eben genau die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern, denn wenn die Frau nicht als Sonderfall gesehen werden soll, dann muss auch etwas dagegen unternommen werden.
Da in der Entwicklung unserer Sprache und unseres sog. aufgeklärten Bewusstseins die frau gar nicht als Mensch galt, zeigt auch der Sprachgebrauch, ob nun "droits de l'homme" oder Schillers Maxime "Alle Menschen werden Brüder".
Wenn nun alle Personen mit dem generischen maskulinum angesprochen werden, Frauen jedoch ausschließlich als Nebenform betrachtet werden, dann führt dies durch den ständigen Sprachgebrauch zur Etablierung eben dieser Konvention in das strukturelle Denken von Menschen.
Daher ist die Verwendung anderer Sprachformen sehr wohl sinnvoll, denn sie soll gerade irritieren. Durch ungewöhnlichen Sprachgebrauch wir eben das Problem der Ungerechtigkeit erst einmal vor Augen geführt und auch als solches bennant.
Ich würde ja wünschen, dass von Studentinnen gesprochen werden kann und sich auch Männer eingeschlossen fühlen. Allein dies würde zum Sturz des Status der frau als Sonderfall führen.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
rigid
Studentenvertreter


Beiträge: 156
|
Verfasst am: Fr 23.05.08, 17:22
Titel:
|
|
| Franz Hose hat Folgendes geschrieben: |
| ...und wir nach allen Studien immer noch in einer zeit leben, in der frauen eindeutig diskriminiert werden, ... |
Gibts da Quellen dazu? Ich hab mich nicht wirklich ernsthaft damit beschäftigt, die genaue Situation in Deutschland würde mich aber mal interessieren.
|
|
|
_________________ *fizzle-crackle-bzzt-blop*
|
|
|
|
|
|
|
Bernhard Frauendienst
Admin.em.


Beiträge: 6010
|
Verfasst am: Fr 23.05.08, 17:26
Titel:
|
|
| Franz Hose hat Folgendes geschrieben: |
| Wenn nun alle Personen mit dem generischen maskulinum angesprochen werden, ... |
Du hast hier soeben ein generisches Femininum verwendet. Ich fühle mich ausgeschlossen.
Ich bitte in Zukunft "alle weiblichen und männlichen Personen" oder "alle Personen und Personer" oder auch "alle pERsonen" zu verwenden, sowie diesen sicherlich unangebrachten Seitenhieb zu verzeihen.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Bernhard Frauendienst
Admin.em.


Beiträge: 6010
|
Verfasst am: Fr 23.05.08, 17:41
Titel:
|
|
| Franz Hose hat Folgendes geschrieben: |
| Daher ist die Verwendung anderer Sprachformen sehr wohl sinnvoll, denn sie soll gerade irritieren. Durch ungewöhnlichen Sprachgebrauch wir eben das Problem der Ungerechtigkeit erst einmal vor Augen geführt und auch als solches bennant. |
Das ist eine Sichtweise. Ich sehe das eher so, dass durch den ungewöhnlichen Sprachgebrauch das Problem überhaupt erst geschaffen wird.
Ich schlage vor, eine uni-weite Umfrage zu starten, um ein Meinungsbild unter den Studenten (weiblich als männlich) zu sammeln, ob dieses Problem tatsächlich als solches gesehen wird. Ich vertrete die These, dass sich mehr Leute von "geschlechtergerechter" Sprache gestört als gewürdigt fühlen.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Matthias Benkard
Implementor


Beiträge: 361
|
Verfasst am: Fr 23.05.08, 19:47
Titel:
|
|
| Franz Hose hat Folgendes geschrieben: |
| Daher ist die Verwendung anderer Sprachformen sehr wohl sinnvoll, denn sie soll gerade irritieren. Durch ungewöhnlichen Sprachgebrauch wir eben das Problem der Ungerechtigkeit erst einmal vor Augen geführt und auch als solches bennant. |
Ich glaube aus zwei Gründen, daß das nicht stimmt:
- Ich fühle mich durch die Einführung sog. »geschlechtsneutraler« Sprache persönlich beleidigt, weil sie mir implizit vorwirft, Sexist zu sein, nur, weil ich (1) es nicht für nötig halte, abstruse Formeln in der Sprache zu verwenden, weil ich Gleichberechtigung unabhängig von der Sprache für selbstverständlich halte, und (2) meine Muttersprache so verwende, wie sie mir beigebracht wurde und wie sie leichter zu lesen und zu verstehen ist. Glaubst Du wirklich, daß unterschwellige Beleidigungen derjenigen Menschen, die man eigentlich unbedingt auf seiner Seite haben möchte, gut für das Anliegen ist, um das es geht?
- Dadurch, daß man die Doppelnennung propagiert, geht die generische Bedeutung des Maskulinums überhaupt erst verloren, weil sich, wie Du ja auch sagtest, die Bedeutung der Sprache nunmal mit ihrer Verwendung wandelt.
Ich möchte gerne erneut auf einen gewissen Abschnitt in einem Buch von Horst Stowasser verweisen, auf den ich im anderen Thread schon zweimal verwiesen habe. Stowasser erklärt das Problem der Verfremdung dort etwas ausführlicher und zusammenhängender.
»Es handelt sich ja nicht, wie gern behauptet, um eine Reinigung der Sprache von männerbestimmter Ideologie, sondern um eine Befrachtung der Sprache mit einem permanenten Bewußtseinsbekenntnis. Sie wird dadurch nicht nur auf schauderhafte Weise un-sprechbar, un-lesbar und un-verständlich, sondern wirkt auf neunundneunzig Prozent aller Menschen so grotesk wie alle Ideologie-Jargons. Die politischen Folgen sind verheerend.« -- Horst Stowasser, Freiheit pur, irgendwo in Kapitel 40
|
|
|
_________________ Early rising may not be a vice, Ira, but it is certainly no virtue. The old saw about the early bird just goes to show that the worm should have stayed in bed. — Lazarus Long, Time Enough for Love
|
|
|
|
|
|
|
Matthias Benkard
Implementor


Beiträge: 361
|
Verfasst am: Fr 23.05.08, 19:50
Titel:
|
|
| Franz Hose hat Folgendes geschrieben: |
| Da unsere gesellschaftliche Entwicklung eben eindeutig patriarchalisch ist und wir nach allen Studien immer noch in einer zeit leben, in der frauen eindeutig diskriminiert werden ... |
»The women demanded of men, "Give us equal rights, give us respect." Forty years later -- two generations later -- the situation has been reversed. It is now men, not women, who are protesting against systematic discrimination against their sex. Even the issues around which the complaints gather are similar to those raised in the '60s ...
The first decades of the 21st century will redefine men's relationship. And, as a woman and a feminist, I want to be in on that process because I think "Justice for Men" is the most important battle within our society today.« -- Wendy McElroy, A feminist defense of men's rights
Edit: Nur, um das klarzustellen: Auch mir ist bewußt, daß der Feminismus seine Ziele noch lange nicht erreicht hat. Ich möchte lediglich auf die Einseitigkeit der Debatte hinweisen. Soweit ich das beurteilen kann, steckt der Feminismus momentan in einer Sackgasse fest, und meiner Meinung nach liegt das an der speziellen (extremistischen) Ausprägung des Feminismus, der sich in unserer Gesellschaft durchgesetzt hat und inzwischen mehr Leute verfremdet als überzeugt. Lest die ganze Rede, um es ausführlicher dargelegt zu bekommen.
|
|
|
_________________ Early rising may not be a vice, Ira, but it is certainly no virtue. The old saw about the early bird just goes to show that the worm should have stayed in bed. — Lazarus Long, Time Enough for Love
|
|
|
|
|
|
|
Cora
Implementor


Beiträge: 278
|
Verfasst am: Sa 24.05.08, 16:57
Titel:
|
|
|
Nachdem sich ja hier hauptsächlich Studenten (männlich) geäußert haben, auch noch eine Meinung einer Studentin Ich stimme eindeutig für "Nein", Gründe wurden hier schon genug genannt, s. Bernhards Beiträge am Anfang.
Mag ja sein, dass manchmal Frauen noch immer benachteiligt werden, aber durch die Verunstaltung der deutschen Sprache kann man das bestimmt nicht verhindern. Ich finde eher, dass das Ganze dadurch etwas ins Lächerliche abdriftet....
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Marianne Busch
LMU-Offiziell


Beiträge: 1515
|
Verfasst am: Sa 24.05.08, 21:33
Titel:
|
|
|
(ich hatte abgestimmt, auch nein) - wer es gut findet Frauen zu benachteiligen, der wird auch durch Verwendung einer "geschlechtergerechten Sprache" kein gerechter Mensch werden.
Meint man mit der gewöhnlichen, männlichen Form (der Student) wirklich nur Männer (extrem selten), so kann man das ja mit einem "(m)" dahinter andeuten.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Bastian Gebhardt
Admin.em.


Beiträge: 1141
|
Verfasst am: So 25.05.08, 4:28
Titel:
|
|
|
Also ich stimme bei diesem Antrag bzw. Anträgin auch für Nein, weil ich auch der Meinung bzw. Meinungin bin, dass eine geschlechterspezifische Trennung der Nomen völlig übertrieben ist, und den Sprachfluss völlig behindert. Man kann einen deutschen Satz kaum noch lesen oder verstehen, weil alle paar Worte eine Ergänzung für das feminine Pendant hinzugefügt wird.
Und Emanzipation sollte echt woanders angreifen, als am Wortschatz.
Btw: Ein Abschnitt in Wikipeida zum Binnen-I hat mir besonders gefallen, und stellt meiner Meinung nach besonders gut dar, wie übertrieben diese Diskussion ist:
| Zitat: |
| „In XYZ streiken heute die Busfahrer.“ Dies bedeutet nicht, dass die Busfahrerinnen als Streikbrecherinnen auftreten. |
|
|
|
_________________ When I see a bird that walks and swims like a duck, I call that bird a duck. And if Chuck Norris says it's a cow, THEN IT'S A COW GODDAMMIT!
alles über den IRC-Channel (mit Webclient)
|
|
|
|
|
|
|
Matthias Benkard
Implementor


Beiträge: 361
|
Verfasst am: Mo 26.05.08, 10:53
Titel:
|
|
|
Ein Argument ist mir übrigens gerade noch eingefallen, man müßte sein Zutreffen allerdings erst noch (empirisch?) untersuchen: Glaubt ihr, durch künstliches Abstraktmachen und Verkomplizieren der Sprache (man denke an das Beispiel aus dem Antrag: „Leitung" statt Leiterin oder Leiter) treibt man politisch Desinteressierte ins feindliche Lager?
Ich stelle mir das so vor: Jemand, der nach einem harten Achtstundentag nach Hause kommt, möchte sein Gehirn sicher nicht mehr unnötig anstrengen (und deshalb soll Desinteresse auch bitte nicht als Vorwurf aufgefaßt werden, man muß da wirklich nach der Situation differenzieren). Wird er also eher den in volksnaher, einfacher Sprache formulierten Hetzsprüchen der NPD oder den peinlichst politisch korrekt formulierten Reden eines Grünen Beachtung schenken?
Wie seht ihr das? Sollte man gerade in der Politik auf besonders einfache Sprache setzen, um zumindest diesen Vorteil nicht kampflos dem Feinde zu überlassen, oder würde man damit wertvolle eigene Anhänger verscheuchen?
|
|
|
_________________ Early rising may not be a vice, Ira, but it is certainly no virtue. The old saw about the early bird just goes to show that the worm should have stayed in bed. — Lazarus Long, Time Enough for Love
|
|
|
|
|
|
|
MichaelWeber
Studentenvertreter


Beiträge: 584
|
Verfasst am: Mi 28.05.08, 0:04
Titel:
|
|
|
Jetzt brauchen wir nur noch eine Frau die das im Konvent in einer ordentlichen Gegenrede zu dem Antrag vorbringt. Weil wenn man das als Mann tut wird man gleich wieder schief angeschaut.
|
|
|
_________________ Michael Weber
|
|
|
|
|
|
|
Bernhard Frauendienst
Admin.em.


Beiträge: 6010
|
Verfasst am: Mi 28.05.08, 0:09
Titel:
|
|
| MichaelWeber hat Folgendes geschrieben: |
| Jetzt brauchen wir nur noch eine Frau die das im Konvent in einer ordentlichen Gegenrede zu dem Antrag vorbringt. Weil wenn man das als Mann tut wird man gleich wieder schief angeschaut. |
Stimmt. Meldungen bitte!
Werden im Konvent auch Gastsprecher akzeptiert? Angebracht wärs.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Marianne Busch
LMU-Offiziell


Beiträge: 1515
|
Verfasst am: Mi 28.05.08, 0:10
Titel:
|
|
| MichaelWeber hat Folgendes geschrieben: |
| Jetzt brauchen wir nur noch eine Frau die das im Konvent in einer ordentlichen Gegenrede zu dem Antrag vorbringt. Weil wenn man das als Mann tut wird man gleich wieder schief angeschaut. |
Ich würde das schon tun, aber als Frau ist das vermutlich auch nicht leichter zu sagen (mal abgesehen von Gesundheits- und Terminproblemen heute Abend )
@Bernhard: ja
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Bernhard Frauendienst
Admin.em.


Beiträge: 6010
|
Verfasst am: Mi 28.05.08, 0:14
Titel:
|
|
| Marianne Busch hat Folgendes geschrieben: |
| MichaelWeber hat Folgendes geschrieben: |
| Jetzt brauchen wir nur noch eine Frau die das im Konvent in einer ordentlichen Gegenrede zu dem Antrag vorbringt. Weil wenn man das als Mann tut wird man gleich wieder schief angeschaut. |
Ich würde das schon tun, aber als Frau ist das vermutlich auch nicht leichter zu sagen |
Leichter zu sagen nicht, aber leichter geglaubt wird es.
Wenn ein Bauer was über die Milchpreis-Entwicklung erzählt glaubt man ihm das auch lieber als dem Molkerei-Betreiber oder dem Supermarkt-Chef.
Klassische "Opfer"- vs. "Täter"-Rolle, so ungern man das einsehen mag.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Sebastian Kraiker
Moderator


Beiträge: 1705
|
Verfasst am: Mi 28.05.08, 12:00
Titel:
|
|
|
Wobei ich, ganz ehrlich, die Ergebnisse dieser Umfrage nicht so ohne weiteres auf andere Studienfächer übertragen würde. Hauptsächlich, weil der Frauenanteil bei Informatik eben doch gering ist (ein Viertel?). Auch wenn sich die Frauen in diesem Thread gegen den Antrag aussprechen, existiert dadurch doch ein gewisser "sozialer Druck", der Frauen anderer Meinung daran hindern könnte, ihre Meinung hier öffentlich zu machen.
Nichtsdestoweniger scheint die Meinung der Informatik-Fachschaften eindeutig zu sein, und wir werden im Konvent entsprechend stimmen. Heute abend gibt es hoffentlich dann endlich die Ergebnisse zu den Umfragen, die wir seit Wochen hier durchführen. 
|
|
|
_________________ Man muss denken wie die wenigsten und reden wie die meisten - Arthur Schopenhauer
|
|
|
|
|
|
|
|
|